Die Gräfin war bestürzt und bereute, sich zum Abte so offenherzig ausgelassen zu haben.

Bei Tische zeigte sich der Benediktiner ganz anders gegen Eike als gestern abend, zwar höflich, aber kühl und zurückhaltend, und es gab eine etwas gedrückte Stimmung. Nur Graf und Gräfin durchschauten diesen Wechsel in seinem Benehmen; Eike ahnte nichts, denn seines Werkes wurde auch heute mittag mit keiner Silbe gedacht.

Nach dem Mahle, während Graf Hoyer der Ruhe pflegte, wollte Herr Engelhard seine zweite Erkenntnisquelle sprudeln lassen und beschied den ehemaligen Klosterschüler zu sich in sein Losament.

Da hatte die Stunde der Vergeltung für den getöteten Fuchs geschlagen, und zur Ausführung des Planes, den sich Wilfred seit der Ankunft des Abtes aufgebaut hatte, kam dieser ihm auf mehr als halbem Wege entgegen.

»Wilfred Bogner,« redete ihn der Prälat an, »ich denke, du weißt, daß du die sehr gelinde Bestrafung deines abscheulichen Pudelstreiches in Gröningen nur mir zu verdanken hast, nicht wahr?«

»Ja, das weiß ich und werde Euch Eure große Nachsicht mit meinem Leichtsinn nie vergessen, hochwürdigster Herr,« erwiderte Wilfred demütig.

»Gut! Du besorgst die Abschrift von dem Buche des Ritters von Repgow, mußt also über den Inhalt unterrichtet sein.«

»Prorsus et perfecte, hochwürdigster Herr!«

»Dann frage ich dich: in welcher Weise werden die kirchlichen Verhältnisse in diesen neuen Gesetzen behandelt?«

»In einer ganz unverantwortlichen Weise, hochwürdiger Herr!« erwiderte Wilfred ohne Zögern. »Die Rechte unserer heiligen Kirche und die der hochwürdigen Geistlichkeit werden über alle Maßen beschränkt und geschädigt, geradezu mit Füßen getreten.«