Er kennt den Geist deines Gesetzbuches und wird dir einen derben Strick daraus drehen.«

Daß Gerlinde dem Abt diese Erkenntnis vermittelt hatte, verschwieg er. Sie aber war sich dessen reumütig bewußt und ängstigte sich nun erst recht um das durch ihre Schuld bedrohte Schicksal Eikes und seines Buches.

»Auf Feinde muß ich gefaßt sein, Herr Graf,« erwiderte Eike. »Aber das soll mich nicht anfechten, und wenn sie mir mit Bann und Scheiterhaufen drohen, ich widerrufe nichts.«

»Nimm es nicht auf die leichte Achsel,« warnte der Graf. »Sie werden dir, wenn sie können, mit einem bösen judicium über den Hals kommen.«

»Ich fürchte mich nicht, Graf Hoyer, und werde mich meiner Haut zu wehren wissen,« gab ihm Eike zur Antwort. »Hab' ich doch den Kaiser auf meiner Seite,« fügte er vertrauensvoll hinzu.

»Auf die Hilfe des Kaisers poche nicht allzu kühn; der ist zu fern vom deutschen Reich, um entschieden für dich eintreten zu können. Aber du hast ja noch andere mächtige Freunde zu deinem Schutz, die dich nicht im Stich lassen werden, und vorläufig bist und bleibst du hier in Sicherheit und kommst so bald nicht von uns los.«

»Wenn mein Buch fertig ist, muß ich scheiden,« sprach Eike, hütete sich aber, Gerlinde dabei anzusehen.


Dreiundzwanzigstes Kapitel.