Nicht mit Worten kann ichs sagen,
Was mich treibt ohn' Ruh und Rast,
Und in Schweigen sie zu tragen
Ist zu schwer die süße Last.

Ach, ich fühl' es jede Stunde,
Wie es in mir wühlt und nagt,
Was sich aus des Herzens Grunde
Doch nicht auf die Lippe wagt.

Aber ist's auch in der Stille
Strengen Pflichten untertan,
Ist es einmal Schicksal Wille,
Bricht sich auch Gebundnes Bahn.

Was sind Fesseln, was sind Schranken
Einem Wunsch, der nimmer ruht,
Dessen heimlichste Gedanken
Schnell verrät der Wangen Glut.

Angst und Leid sind zu besiegen,
Tränen werden weggelacht,
Alles läßt in Schlaf sich wiegen,
Nur die Sehnsucht wacht und wacht.

Dem in unverkennbarer Erregtheit gesungenen Liede folgte ein Nachspiel auf der Harfe, das allmählich abschwellend in wehmütigen Akkorden ausklang.

Eike, tief ergriffen von dem, was er gehört hatte, mochte jetzt nicht eintreten, um der Gräfin seinen Blumenstrauß zu überreichen. Er legte ihn auf der Türschwelle nieder und ging leise davon.