»O er war ungewöhnlich gut ausstaffiert.«
»Das glaub' ich! mit meinem besten Rocke, den er mir ausgeführt hat,« lachte Graf Hoyer. »Er wollte von hier auf die Heimburg zum Regensteiner, der ihn dringend eingeladen hätte.«
»Eingeladen! als ob den ein vernünftiger Mensch zu sich einlüde! Drei Tage lag er bei mir auf der Bärenhaut; damit hatte ich genug von ihm und schob ihn sachte ab.«
»Wohin denn nun?«
»In die Gegend von Halberstadt und dann die Bode entlang wollte er reiten, wie er vorgab. Dort hätte er vermögende Gönner und wackere Gesellen.«
»Denen gönne ich ihn,« spottete Hoyer und fuhr dann fort: »Ich bin an dem Überfall des Aschariers zwar unschuldig, möchte mich aber doch mit einem ehrlichen Sühnetrunk vor dir reinigen. Komm mit mir zu einem guten Tropfen in mein Kämmerlein; die beiden jungen Weibsen werden uns zwei Alte nicht vermissen.«
Als sie in Hoyers Zimmer beim Weine saßen, begann der Mansfelder: »Ich habe noch einen Pfeil im Köcher. Was ist das mit dem neuen Gesetzbuch, das hier auf dem Falkenstein geschrieben wird?«
»Dacht' ich's doch!« rief Hoyer. »Dir hätt' ich heute auch ohne deine Frage alles gesagt, aber dem Dowald wollt' ich's verschweigen. Das glückte jedoch nicht; einer meiner Dienstleute, ehemals Klosterschüler in Gröningen, der dem Rechtskundigen die Abschriften besorgt, hat es dem alten Schnüffler verraten.«
»Dowald war auf den Ritter von Repgow schlecht zu sprechen.«