»Sehr begreiflich, denn mit der Aufforderung, uns abschreiben zu helfen, haben wir den Faulpelz schon am ersten Tage nach seiner Ankunft ausgeräuchert. Du wirst ja bei Tische die Bekanntschaft meines gelehrten Freundes machen; jetzt darf ich ihn von seiner Arbeit nicht aufstöbern. So höre denn!«

Nun erstattete Graf Hoyer seinem Besuche genauen Bericht, erzählte ihm, wie er den Reppechower einst zufällig im Gasthaus am Scheideweg getroffen, dieser ihm dort seine Absichten anvertraut und er ihn darauf eingeladen hätte, sein Buch auf dem Falkenstein zu schreiben. Hier hätte ihn Eike tiefer in seinen Plan eingeweiht, ihn von der Notwendigkeit einer Verbesserung der deutschen Rechtsverhältnisse überzeugt und ihm die Grundsätze, die ihn dabei leiteten, ausführlich entwickelt, was alles Graf Hoyer nun seinerseits dem ihm gegenüber Sitzenden klärlich darlegte.

Graf Burkhard folgte dem umständlichen Vortrage mit gespannter Aufmerksamkeit, und nachdem er sich über einzelne Punkte nähere Auskunft erbeten hatte, die durchaus zu seiner Befriedigung ausfiel, stimmte der von dem Ascharier ganz falsch Unterrichtete dem kühnen Plane, Rechtseinheit in ganz Sachsenland zu schaffen, freudig zu.

»Du bist also mit allem, was ich dir mitgeteilt habe, einverstanden?« fragte Hoyer.

»Vollkommen.«

»Das ist mir viel wert, denn ich nehme Verbindlichkeit und Bürgschaft für das Buch auf mich,« erklärte Hoyer, »und man kann nicht wissen, ob man nach der Veröffentlichung so durchgreifender Änderung in unserem Gerichtswesen, die vielleicht manchem Widerspruch im Lande begegnen wird, nicht einmal einen starken Rückhalt gegen gehässige Angriffe braucht.«

»Sie werden nicht ausbleiben,« versetzte Burkhard. »Auf mich kannst du zählen, ich halte treu zu dir und dem mutigen Gesetzgeber. Hast du schon mit Hohnstein darüber gesprochen?«

»Nein.«

»Oder mit dem Blankenburger?«