»Tag und Nacht! – hattest dort Wichtiges zu schaffen?«

»Ja, höchst Wichtiges!« lachte Isabella hell heraus. »Der Stallmeister läßt Dich übrigens vielmals wiedergrüßen,« fügte sie hinzu, dem Bruder schelmisch mit den Augen zublinkend.

»Das freut mich sehr; ich danke Dir, lieb Schwesterlein! – Habt ihr gute Aufnahme dort oben gefunden?« Diese Frage richtete Egenolf zumeist an Bruno, über dessen Besuch bei den Thiersteinern er gern Näheres wissen wollte.

»Die allergastfreundlichste,« erwiederte Bruno. »So verbindlich und liebenswürdig habe ich Graf Oswald noch nie gesehen.«

Da werde ein Mensch klug draus! dachte Egenolf. Weiß er denn nichts von seines Vaters Racheplänen? oder hat er dem Grafen schon die Absage gebracht? aber dann gastfreundlich aufgenommen? unbegreiflich! Grübelnd ritt er neben Bruno dahin.

»Solltest Du wieder einmal einen Wolf schießen, Egenolf, so denke doch auch an Dein lieb Schwesterlein,« fing Isabella nach einem Weilchen an.

»Er hat ja jüngst erst einen geschossen,« bemerkte Bruno.

»Ja freilich, aber der Himmel mag wissen, wo er den Pelz gelassen hat!« sprach Isabella, »und ich hätte ihn so gut vor meinem Bette brauchen können.«

»Bei Sanct Huberti Heiligenschein! das sollt Ihr nicht umsonst gesagt haben, Gräfin Isabella!« vermaß sich Bruno, »von heut an ist keiner mehr sicher vor mir.«