»Ereifere Dich nicht,« bat Egenolf, »sie ist es nicht werth.«

»Das klang schrecklich, Egenolf!« sagte Leontine mit verstörtem Gesicht. »Was hältst Du von der Wahrsagung?«

»Dieses wilde Zigeunervolk weiß von allerhand übernatürlichen Dingen und nützt seine dunklen Künste mit List und Bosheit aus, so viel es kann,« erwiederte er ausweichend und selber beunruhigt.

»Das freche Geschöpf!« sprach Leontine schaudernd, »treff ich es noch einmal, so reit ich es nieder und zerstampf es wie ein Unkraut. Schnell fort von hier! Der Weg ist breit genug, – Galopp!«

Sie preschten eine lange Strecke durch den Wald dahin, bis Egenolf Schritt gebot.

Der scharfe Ritt hatte Leontinens Erregung verflüchtigt; sie schüttelte die wehenden Locken, als wollte sie auch den letzten Rest von Erinnerung an den unheimlichen Auftritt aus den Gedanken verscheuchen. Dann sagte sie wieder harmlos lächelnd: »Als wir uns hier zum ersten Male gefunden hatten, hast Du mich wohl für recht dumm gehalten.«

»Warum das?« frug er lachend.

»Weil ich Dich für einen Jägerknecht gehalten und den Edling nicht in Dir erkannt hatte.«

»Du hast mich ja kaum angesehen, wie ich in Koller und Kappe da neben Dir ging,« erwiederte er, »und ich that auch das Meinige, Dich in Deinem Glauben zu bestärken, weil es mir Spaß machte. Aber wollen wir uns nun nicht öfter hier treffen?«