Der Zigeuner saß in dem ärmlichen Stübchen am Boden, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, das Haupt auf die Geige gebeugt und in sein Spiel so vertieft, daß er Egenolfs Kommen nicht eher gewahr wurde, als bis dieser vor ihm stand. Da brach er sein Spiel jach ab und sprang auf.
Egenolf sah sich in dem Raume nach Haschop um, aber sie war nicht da. Mit vor Erregung heiserer Stimme frug er: »Farkas, wo ist Haschop?«
»Wo Haschop is, wissen Herr Graf besser als ich,« entgegnete der Zigeuner trotzig.
»Wenn ich es wüßte, würd' ich nicht fragen,« gab ihm Egenolf streng zurück.
»Herr Graf haben sie doch selbst mit Botschaft nach Rathsamhausen geschickt.«
»Was? – wohin hätt' ich sie geschickt?« sprach Egenolf erbleichend.
»Nach Rathsamhausen zu Herr Burkhard,« wiederholte Farkas.
Egenolf stützte sich mit der Hand auf den groben Tisch im Stübchen, als bedürfe er eines Haltes bei dieser Nachricht.
»Is nit so? haben Herr Graf sie nit hingeschickt?« fragte Farkas.