»Ach was, entgegenkommen!« rief Burkhard ärgerlich. »Zahm und kirre machen müssen wir ihn und ihm die Zähne zeigen, wenn er sich aufspielen und großthun will. Gieb mal Acht darauf, wie herausfordernd er hier in der strotzenden Pracht, die ihm von Rechts wegen garnicht zukommt, unter seinen Gästen herum stolziert, Huld winkend, Gunst verheißend, Gnade spendend, als hätte er nur zu geben und wir von ihm zu empfangen.«
»Du hast eine vorgefaßte Meinung gegen ihn, zu der Dich nichts berechtigt. Ich möchte Dich an seinem Platze sehen.«
»So hochmüthig wäre ich nicht, Schmasman!«
»Nein, Du Ausbund christlicher Demuth und Duldsamkeit!« lachte Schmasman. »Grob wärst Du, wenn Dir die Nasen Deiner Gäste nicht gefielen. Ruhig! ich kann Dir das sagen, Bruder! aber ich sage Dir auch: habe nur den guten Willen, gieb Dir einmal Mühe, Dich auf einen freundlichen Fuß mit dem Thiersteiner zu stellen, dann wird es schon gehen. Ich prophezeie Dir: je öfter wir uns fortan mit Graf Oswald begegnen, je besser werden wir uns mit ihm verstehen und vertragen, denn er ist vom Scheitel bis zur Sohle ein Mann von makelloser Ehre.«
»Trage gar kein Verlangen nach öfterem Begegnen.«
»Wird schon von selber kommen; ich verlasse mich auf Dein ehrliches, ritterliches Herz, denn das ist noch das Beste an Dir.«
Burkhard blinzelte den Freund erst etwas zweifelhaft an, dann gab er ihm die Hand und sagte: »Jetzt bringe mich zu Deiner Frau, damit ich auf andere Gedanken komme. Ist das lustige Hexlein, die Imagina, auch hier?«
»Natürlich! und wenn es Einer versteht, Dir den Kopf zurechtzusetzen, so ist sie es.«
»Das weiß ich, darum fragte ich ja.«