Die Geister des Friedens und der Eintracht, der Liebe und Freude schwebten über den Häuptern der Versammelten, erfüllten ihre Herzen mit Glück und lenkten ihre Zungen zum Austausch freundlicher Gedanken.
Manch Einem der hier sorglos Tafelnden mochte wohl unwillkürlich gleich einer Erscheinung in schweren Träumen die Gestalt Burkhards von Rathsamhausen auftauchen, aber seinen Namen sprach Niemand aus. Es sollte nicht lange dauern, daß er selber sich ihnen in Erinnerung brachte.
Inmitten des Mahles trat Isinger herein.
»Isinger, was willst Du? machst ein fast unfroh Gesicht,« rief ihm Oswald zu. »Hoffentlich ist keiner Deiner Pflegebefohlenen herzschlächtig geworden?«
»Nein, Herr Graf, die Rosse sind alle gesund,« erwiederte Isinger, »aber sie scharren unruhig mit den Hufen, und Euer Tristan wiehert in einem fort.«
»Er hat Durst, Isinger!« lachte der Graf, »und Du gewiß auch, darum kommst Du, hast gewittert, was hier vorgeht.« Auf seinen Wink brachte ihm ein Diener einen Becher, den er selber füllte und dem Stallmeister darbot: »Hier! trink auf das Wohl des Brautpaares!«
Isinger hob den Becher und sprach: »Lang lebe in Glück und Gesundheit das edle Paar, Graf Egenolf und Gräfin Leontine!« Darauf leerte er den Becher, blieb aber noch im Saale stehen.
»Nun? noch nicht genug? habt ihr unten nichts zu trinken?« fragte Graf Oswald.
»O doch, Herr Graf! in Hülle und Fülle, und einen Gast habe ich auch unten.«
»Einen Gast? wen?«