»Und die schweigen können, Herzelande!« lachte Imagina.

Die Scherzreden verstummten plötzlich, weil endlich die beiden älteren Grafen wieder eintraten, denen sich nun Aller Blicke forschend zuwandten. Sie sahen froh und zufrieden aus; was sie aber im Einzelnen berathen und beschlossen hatten, blieb vorläufig ihr Geheimniß. Ihre Unterredung mußte sie jedoch zu vollkommener Einigkeit geführt haben, denn Graf Oswald schritt auf Egenolf und Leontine zu, ergriff ihre Hände und legte sie in einander mit den Worten: »Hiermit gebe ich euch vor Gott und Menschen zusammen, nehmt euch hin und werdet glücklich! Gott segne euch!«

Da war die Freude bei allen Anwesenden groß, und es folgte eine allgemeine herzliche Beglückwünschung. Schmasman sprach leise zu seinem Sohn: »Hast's gut gemacht, Egenolf! aus eurer Liebe erblüht uns der Friede.«

»Ich dacht' es wohl, Vater! Leontinen gebührt unser Dank; sie hat es gemacht,« erwiederte Egenolf glückstrahlend.

»Laß auf dem Bergfried die Fahne aufziehen! die Hohkönigsburg feiert heute einen Ehrentag in ihren Mauern,« sagte Graf Oswald zum Hausmeister, der seiner Gebieterin eben eine leise Meldung gemacht hatte. »Und nun einen herzhaften Trunk darauf, Graf Maximin! nicht wahr?«

»Habe meinerseits nichts dagegen einzuwenden,« lächelte Schmasman.

»Die Tafel ist bereit,« verkündete Gräfin Margarethe.

»Und ich bin es auch,« sprach Imagina. »So etwas greift den Menschen an und macht grausam hungrig.«

Man begab sich in den Saal und an die Tafel, die von Silbergeräthen blinkte und blitzte.

Es ward ein überaus heiteres Mahl. Zuerst tranken Schmasman und Oswald stumm, Auge in Auge, einander zu und drückten sich über den Tisch hinüber die Hände. Dann sprach Schmasman würdige und herzliche Worte zum Wohle des Brautpaares.