»Kerle wie wir, Hans, müssen überall heraus und hinein wischen können wie der Pfeifer ins Wirthshaus,« lachte Seppele.

Sie wanden sich langsam durch das Gebüsch bergab. Endlich unten angekommen, sprach Loder: »Seppele, ich habe noch was vergessen. Ist die Hexe, die Zigeunerin Haschop noch hier oder in Ottrott?«

»Oben im Schloß ist sie gewesen, aber ich habe sie nicht zu Gesicht bekommen,« erwiederte Seppele.

»Wenn Du sie triffst, schmeiß sie ins Wasser und ersäuf sie!«

»Das nützt nichts, Hans. Hexen gehen nicht unter, die schwimmen oben.«

»So dreh ihr den Hals um.«

»Wäre Schade drum, sie hat so 'nen schönen Hals. Laß sie leben, Hans! uns wird sie ja nicht behexen.«

Loder brummte etwas Unverständliches in den Bart, und sie wanderten in einem großen Bogen um Ottrott herum im Walde weiter. Mittlerweile war es Tag geworden, aber trüb und wolkig. Seppele wollte noch immer nicht umkehren und brachte Loder nun auf den begangenen Weg, von wo er nicht mehr fehlgehen konnte, auf dem aber sein Befreier noch bei ihm blieb. –

Egenolf war, wo er irgend konnte, in der schnellsten Gangart geritten und hatte sein Pferd sehr angestrengt. Hie und da war er einem Fahrenden begegnet, der ihm aber nichts mitzutheilen wußte, weil er streifende Söldner nicht bemerkt hatte. Als er jetzt über St. Nabor hinaus auf dem Wege nach Ottrott war, sah er zwei Männer daherkommen, die er anfänglich ebenfalls für fahrende Leute hielt. Aber – täuschte ihn denn sein scharfes Jägerauge? – wenn der Eine von den Beiden nicht Hans Loder mit seinem langen, grauen Barte war, so konnte er keinen Bären mehr von einem Wolf unterscheiden. Er sprengte auf sie los, und »Hans! Hans!« rief er jubelnd, »bist Du's wahr und wahrhaftig? oder äfft mich ein Spuk am hellen, lichten Tage?«

»Bin's, Herr Graf! bin's lebendig und leibhaftig,« antwortete ihm Loder und schwenkte den Hut.