»Der Seppele von Ottrott? da bin ich doch neugierig; das mußt Du mir nachher erzählen. Und Du, Seppele,« wandte sich Egenolf an diesen, »ich bitte Dich, geh jetzt zurück und sage dem Jungherrn Bruno, da ich einmal hier in der Nähe wäre, würde ich mich sehr freuen, ihn sprechen zu können und erwartete ihn – ja, wo denn? – in Sanct Nabor. Weißt Du kein Wirthshaus in Sanct Nabor, Seppele?«

»Aber Herr Graf! ich und kein Wirthshaus wissen!« lachte der Spielmann. »Geht nur in den ›wackelnden Stern‹ da ist's gut. Querwaldein bin ich in einer kleinen halben Stunde auf Schloß Rathsamhausen und bestelle Euch den Jungherrn nach Sanct Nabor. Fahrwohl, Hans! sperrst mich auch nicht wieder ein?«

»Nein, Du treue Seele! Deine heutige That macht Alles wett, bist dafür in Gnaden aller Beschwerden entledigt,« versicherte Loder den eilig Scheidenden mit einem warmen Händedruck.

»Komm, Hans!« sprach Egenolf, »wir wollen in dem wackelnden Stern Angst und Schrecken mit Weinaufgießen beschwichtigen.«

Vor der Herberge in St. Nabor angekommen, befahl er, seinen Braunen in den Stall zu führen und abzureiben, aber noch nicht gleich Wasser zu geben. Dann traten sie ein und setzten sich an einen glatt gehobelten Tisch.

»Alten oder Neuen?« fragte der Wirth diensteifrig.

»Alten Klevner,« bestimmte Egenolf.

Als die bildsaubere Schenkin den Wein brachte, hielt sie Loder an ihren langen, blonden Zöpfen fest und scherzte mit ihr: »Mädel, wozu brauchst Du Deinen kirschrothen Mund am liebsten? zum Essen und Trinken, zum Schwatzen oder zum Küssen?«

»Euch zu sagen, daß Ihr ein rechter Schalk seid, Pfeiferkönig!« antwortete sie muthwillig, machte sich von ihm los und lief hinaus.