»Loder auf und davon? und ich ihm ausgeholfen?« Bruno schüttelte den Kopf und blickte seinen Vater verwundert, fast mißtrauisch an, als dächte er Gott weiß was von ihm.
»Leugne nicht! es nützt Dir nichts,« schrie Burkhard, kirschroth im Gesicht.
»Vater, ich höre in diesem Augenblick das erste Wort davon, daß Loder entflohen ist.« Bruno sagte das mit einer so unschuldigen Miene und einem so unbefangenen Tone, daß Burkhard stutzig und zweifelhaft wurde.
»Du kommst von einem Ritt nach Hause,« hub er nach einem kurzen Schweigen wieder an. »Wo warst Du?«
»Ich habe einen Ausritt in die Umgegend von Ottrott und Sanct Nabor gemacht.«
»Und hast von Loder nichts gesehen und gehört?«
»Nicht die Spur, Vater! ich versichere es Euch,« erwiederte Bruno noch immer ruhig. Aber trotz seiner heimlichen Freude über Loders Befreiung ward ihm schwül zu Muthe, denn ihm bangte vor dem weiteren Forschen seines Vaters nach dem Zweck und Ziel seines Rittes. Daß er mit Egenolf zusammengewesen war, durfte jener nicht erfahren.
»Hast Du unterwegs einen Bekannten getroffen? – ich meine zufällig, vielleicht einen unserer Freunde oder –«
Aber ehe Burkhard seine Frage vollenden konnte, kam dem nun wirklich in Verlegenheit Gerathenden eine unverhoffte Rettung, die ihn der Antwort überhob.