»Du lachst,« sprach Burkhard stirnrunzelnd, »und auf der Ulrichsburg werden sie noch mehr lachen, wenn sie sehen, daß es nur eine List von mir war, weil ich wußte, daß es Schmasman nicht darauf ankommen lassen würde, seinen geliebten Pfeiferkönig dem Gehängtwerden auszusetzen, womit ich ihm bei der ersten Feindseligkeit gegen mich gedroht hatte. Der Loder war mir eine sichere Bürgschaft, so lange ich ihn als Geißel in meiner Gewalt hatte.«

»Geißel, Geißel gegen Rappoltstein! was soll denn das bedeuten?« fragte Müllenheim ungeduldig.

»Schmasmans Sohn heirathet die Rothe auf der Hohkönigsburg,« platzte Burkhard grimmig heraus.

»Was? Du hast wohl das Zipperlein zur Abwechselung einmal im Hirn statt wie sonst in den Zehen,« lachte Müllenheim wieder hell auf.

»Jawohl! der Schlag könnte Einen dabei rühren,« knirschte Burkhard in stickender Wuth. »Aber wahr ist's, und das Übrige kannst Du Dir an Deinen fünf Fingern abzählen.« Von dem auf der Hohkönigsburg abgeschlossenen, allen Streit beilegenden Vertrage der beiden Väter des jungen Paares, über den ihm Schmasman in seinem Briefe ausführlich berichtet hatte, sagte er dem Freunde kein Wort.

»Schockschwerenoth! das ist eine verteufelte Geschichte,« rief Müllenheim und that zur Stärkung auf den Schrecken einen tiefen Zug von dem Ottrotter, den er vor sich stehen hatte. Dann strich er sich ein paarmal seinen langen Schnurrbart und sagte: »Da wirst Du Dir wohl den Zahn auf die Hohkönigsburg ausziehen lassen müssen.«

»Fällt mir im Traume nicht ein; auf der Hohkönigsburg sollen sie nicht Hochzeit feiern,« fuhr Burkhard auf. »Vorausgesetzt, daß ihr, Du und die Anderen, nicht auch von mir abfallt wie Schmasman, der Verräther,« fügte er mit einem lauernden Blick hinzu.

»Das werden wir nicht, aber eine schwere Sache wird's, Burkhard,« erwiederte Müllenheim ernst und machte ein sehr besorgliches Gesicht dabei.

»Wenn ihr mir Treu und Glauben haltet, hat's keine Noth,« sagte Burkhard beruhigt. »Wie weit seid ihr mit euren Rüstungen?«