»Gern wollt' ich ihm dazu verhelfen,« lächelte Schmasman, »aber leider habe ich sie nicht und weiß auch nicht, wo das Unglücksding an dem Abend geblieben ist.«
»Laßt uns ihm doch eine neue, der verloren gegangenen täuschend ähnliche machen,« schlug Gräfin Elisabeth vor. »Einen Waldkauz muß uns Egenolf dazu liefern.«
»Mit dem größten Vergnügen!« erklärte der ritterliche junge Waidmann.
»Nein, das geht nicht, das würde Burkhard sofort merken, und eine noch so geschickt nachgemachte würde ihm die echte, an der so viel fröhliche Erinnerungen haften, nicht ersetzen,« bedeutete Wilhelm seine Gemahlin.
»Er würde sie von uns Rappoltsteinern auch gar nicht annehmen,« fügte Kaspar hinzu. »Ja, wenn es die alte wäre! wer ihm die wiederbringt, erobert sich im Sturme sein Herz damit.«
»Ich möchte ihn wohl einmal sehen mit dem schnurrigen Eulengestell auf seinem weinrothen Rappelkopfe,« lachte Imagina. Doch schnell bereute sie die Worte, als sie einem vorwurfsvollen Blick Isabella's begegnete. War es doch Bruno's Vater, den sie hier vorhatten.
Auch Herzelanden ging der Spaß zu weit. »Ihr spottet hier und macht euch über den Ärmsten in seinem Unglück lustig,« hub sie an. »Ich will es eurer frohen Siegesstimmung zu Gute halten, aber denkt einmal daran, wie traurig es in der nächsten Zeit bei Frau Stephania auf Schloß Rathsamhausen aussehen wird.«
»Unsere Schuld ist es nicht, Herzelande, und der Spott war nicht bös gemeint,« sprach Wilhelm begütigend.
»Na, die Ohren werden ihm wohl auf der Hohkönigsburg geklungen haben,« meinte Schmasman.
Aber Herzelande's Mahnung war bei den Ihrigen doch auf guten Boden gefallen. Sie lenkten das Gespräch auf andere Dinge, bis sie sich zu vorgerückter Stunde trennten, um nach dem schweren Tage, der den Männern Kampf und den Frauen Sorge gebracht hatte, dem sich fühlbar machenden Ruhebedürfniß nachzugeben.