»Und wenn Burkhard von seiner Verwundung genesen ist?«

»So wird ihn Oswald doch nicht eher aus den Mauern der Hohkönigsburg herauslassen, als bis er ihm Urfehde geschworen hat.«

»Welch ein Hohn des Schicksals!« sagte Gräfin Elisabeth. »Nun sitzt er auf der Hohkönigsburg, aber nicht als ihr Herr und Gebieter, wie er es wollte, sondern als ihr erster Gefangener seit ihrem Wiederaufbau.«

»Willst Du nicht versuchen, zwischen ihm und Oswald Frieden zu stiften und auch zwischen euch beiden die alte Freundschaft wieder herzustellen?« fragte Herzelande.

»Gewiß werde ich das,« erwiederte Schmasman. »Aber ich muß ihm erst Zeit lassen, sich zu besinnen, damit der bittere Groll, den er jetzt noch auf mich hat, anderen, besseren Gefühlen Platz macht; früher ist eine Verständigung mit ihm nicht möglich. Schwieriger wird seine Befriedung mit dem Thiersteiner werden. Wie ich von dessen Bruder Wilhelm gehört habe, verlangt Oswald nichts Geringeres als die Übergabe der beiden Ottrotter Schlösser, wenigstens des Schlosses Rathsamhausen. Ich werde das Meinige thun, ihn zu milderen Bedingungen zu bewegen; ob ich aber damit durchdringe, ist mir noch sehr zweifelhaft. Zunächst werde ich versuchen, mich selber mit ihm auszusöhnen.«

»Herr Graf, ich wüßte wohl ein Mittel, ihn zur Versöhnlichkeit zu stimmen,« sagte Loder.

»Und das wäre?« fragte Schmasman.

»Wenn Ihr ihm seine Eule wiederschaffen könntet, die ihm im Rathskeller abhanden gekommen ist.«

»Da hast Du Recht, Hans!« rief ihm lachend Graf Wilhelm zu. »Wenn Du Burkhards Eule hättest, Schmasman, und sie ihm wiedergäbest, würde er vor Freuden springen und tanzen und wieder Dein dickster Freund sein.«