Dietrich von Lützelstein hub an: »Leicht ist die Entscheidung nicht, aber ehrlich gestanden bin ich mehr zum Frieden geneigt als zur Fortsetzung des Kampfes.«

»Wir können doch die Schmach nicht auf uns sitzen lassen,« fiel Graf Schaffried von Leiningen unwillig ein.

»Nun, eine Schmach ist es wohl nicht, unvermuthet von zwei Seiten angegriffen, der Übermacht unterlegen zu sein,« sagte Eckbrecht von Dürkheim.

»Gewiß nicht!« stimmte ihm Philipp von Rathsamhausen zu, »auch ich bin nicht für Fortsetzung der Fehde.«

»Wenn das Dein Bruder hörte, Philipp!« hielt ihm Leiningen vor.

»Ich wollte, er wäre hier,« erwiederte Philipp. »Zweifellos würde er mir heftig widersprechen, aber gerade zu seinem Heile wäre es, wenn wir ihn zwingen könnten, die verlorene Sache aufzugeben.«

»Sie ist keine verlorene; wir haben nur Unglück im ersten Gefecht gehabt, und die Scharte läßt sich auswetzen,« sprach Henning von Landsberg.

»Mir aus der Seele gesprochen!« rief Leiningen. »Haben wir darum wochenlang gerüstet, unsere Mannen aufgeboten und den armen Zorn von Bulach todt auf dem Schlachtfelde lassen müssen, um nach dem ersten unglücklichen Gefecht klein beizugeben und um Frieden zu betteln? Ihr schweigt, Müllenheim; – was ist Eure Meinung?«

»Frieden machen, nichts Anderes,« sagte Müllenheim mit Nachdruck.

»Wie ist es nur möglich, zu so etwas zu rathen!« brauste Leiningen auf. »Müllenheim, – Ihr! wollt Ihr Burkhard im Stich lassen? Ich trete für ihn ein; er ist und bleibt unser Führer, dem wir die kräftigste Unterstützung schuldig sind, denn er verdient sie um uns.«