»Er war vor Kurzem bei mir auf der Ulrichsburg; da habe ich gethan, was ich konnte, seine Anfangs sehr hohen Forderungen zu ermäßigen. Es ist mir auch gelungen, und Du mußt nun zufrieden sein mit dem, was ich für Dich erreicht habe.«

»Hast Du den Auftrag, mit mir darüber zu verhandeln?«

»Nein, das nicht.«

»Ich dachte. Thierstein wird ja durch die Heirathsabrede eurer Kinder Dein Herr Bruder. Ich wünsche Dir Glück zu diesem Bruder.«

»Danke!«

»Ihr werdet ja sehen, ihr kurzsichtigen, leichtgläubigen Thoren, was ihr nun erst mit ihm erleben werdet, nachdem ihr ihm in seinem Hochmuth beigestanden und ihn noch darin bestärkt habt. Jetzt wird er euch erst recht den Fuß auf den Nacken setzen, euch seine landvogteiliche Gewalt fühlen lassen und euch ein Recht nach dem anderen über dem Kopfe wegnehmen. Oder fällt bei Deinem geheimen Abkommen mit ihm noch ein ganz besonders werthvolles Privileg für Dich ab, dessen kein Anderer theilhaftig wird?«

»Burkhard!!« – Schmasman sprang auf, und auch Burkhard erhob sich ungestüm. Mit zornfunkelnden Augen maßen sich die Beiden, die in ihrem Leben manchen Strauß zusammen ausgefochten, manchen Ritt Bügel an Bügel gethan und so manchen, manchen Becher Wein an einem Tische mit einander getrunken hatten. Schmasman kämpfte seine Empörung nieder und sprach mit erzwungener Ruhe: »Ich will die schmählichen Worte, die Dir in Deinem Unverstand eben entschlüpft sind, nicht gehört haben, denn ich bin nicht gekommen, um mich mit Dir zu zanken, sondern um Dir zu rathen und zu helfen.«

»Ich habe Dich noch nicht um Rath und Hilfe ersucht und will Dir nichts zu danken haben,« schnob Burkhard.

»So? aber zur Hohkönigsburg sollte ich Dir verhelfen, die Hohkönigsburg wolltest Du mir zu danken haben, wenn ich sie mit Dir, für Dich gestürmt und erobert hätte.«

»Nun, Du hast es nicht gethan, also kann ich mir den Dank sparen.«