Draußen auf der Gasse sagte Egenolf: »So, mein alter Hans, nun mache Deine Sache so gut Du kannst; möge Alles nach Wunsch gelingen und glücken!«

»Das walte Gott und unsere liebe Frau!« erwiederte Loder. Dann verabschiedete er sich von dem Grafen und schritt seiner Behausung zu.

Egenolf pfiff sich eine muntere Weise, die er von Loder gelernt hatte, und ging herzensfroh den Weg zur St. Ulrichsburg hinan. –

Seinem Versprechen getreu begab sich Loder am nächsten Morgen mit dem in die Leinwand geschlagenen Wolfsfell zur Hohkönigsburg hinauf und vom Stallhof unterhalb des Löwenthores sogleich in die Schmiede, aus der die Schläge eines Hammers klangen. Es war aber nicht Isinger, sondern ein Knecht, der dort am Amboß schaffte und dem Eintretenden auf seine Frage den Bescheid gab, der Herr Marschalk wäre drüben in den Ställen.

Der Herr Marschalk! also Marschalk läßt er sich titulieren, dachte Loder, und ging in einen der Ställe, dessen Thür grade offen stand.

In dem nur mäßig erhellten Raume fand er den Jugendgenossen damit beschäftigt, mittelst eines mit einer bräunlichen Flüssigkeit durchtränkten Lappens die linke Vorderfessel eines Pferdes zu kühlen. Er rief ihn an: »Ottfried Isinger, kennst Du mich noch? ich bin Loder der Trumpeter.«

Der am Boden Knieende, schnell aufblickend, sagte mit freudigem Tone: »Was? der Pfeiferkönig? vielwillkommen Hans!« und streckte dem Freunde die Hand hin, nachdem er sie am Schweife des Pferdes abgetrocknet hatte. »Hab Dich ja eine Ewigkeit lang nicht gesehen.«

»Ich Dich auch nicht,« erwiederte Loder, »hörte erst kürzlich, daß Du hier oben wärest, und da trieb es mich, Dich einmal aufzusuchen.«

»Recht, recht, Hans!« sprach Isinger. »Wart' einen Augenblick! ich will nur der Stute den Umschlag noch anlegen; sie hat sich gequetscht. Es ist unserer jungen Gräfin ihre, denn die jagt oft ohne Weg und Steg über Stock und Stein.«

Er band den nassen Lappen um den Fuß des Pferdes und erhob sich. »So! nun komm! jetzt bin ich frei und habe Zeit für Dich.«