Als Nächste kamen vier Spielleute an die Reihe, von denen drei gegen einen klagten und der Eine sich über die Drei beschwerte. Sie waren sämmtlich Bläser und hatten ihre Instrumente umgehängt bei sich, Clarete, Zinke, Krummhorn und Flöte. Die abenteuerlichen, überaus drolligen Gestalten, in denen sich die denkbar stärksten Gegensätze menschlicher Erscheinungen ausprägten, erweckten schon bei ihrem Vortreten Gespött und Gelächter.
»Ihr habt Schelt- und Schlaghändel unter euch gehabt,« redete sie Loder an, »ihr Drei habt dem Muffel eine fließende Wunde geschlagen. Wie kommt ihr dazu?«
»Es war auf dem Sebaldusmarkt in Thann,« gab Werlin, der Zinkenist, zur Antwort. »Da wurde groß Wunder von Wein geschenkt, und Abends in der Zech, als das Becherlein umging, sind wir einander in die Haare gefallen.«
»Warum?«
»Wir hatten zum Tanz aufgespielt, und der Muffel hatte mit seiner Clarete immer falsch dazwischen geblasen, mit Willen falsch, uns zum Tort falsch geblasen. Es war zum Steinerbarmen, er hat uns beim Zusammenspiel ganz aus der Wiege geworfen.«
»Muffel, hast Du mit Willen falsch geblasen?« fragte Loder.
»Nein! ganz und gar nicht; die Drei haben falsch geblasen, daß unser Spiel nicht mehr stimmte und in Verwirrung kam. Da wollte ich ihnen recht laut den richtigen Ton angeben, damit sie sich wieder hineinfänden.«
»Mach' uns hier keine Schneckentänze vor!« sagte Werlin. »Warum hast Du uns denn bei Deinem mißtönigen Getute jedesmal so boshaft und schadenfroh über Deine Clarete weg angegrinst?«
»Weil ich euch ärgern wollte und euch nicht mehr traute, denn ihr hattet mich Abends vorher beim Theilen schmählich übers Ohr gehauen, ich hab's wohl gemerkt.«