XI.

Als am anderen Morgen Graf Schmasman mit den Seinigen das Frühmahl eingenommen und sich in sein Zimmer hinauf begeben hatte, folgte ihm ein wenig später seine Gemahlin dahin nach. Das war sonst nicht ihre Gewohnheit, aber Schmasman wunderte sich über ihr Kommen nicht, denn er konnte sich schon denken, was sie zu ihm führte.

»Dich drückt die Neugier, mein Alterchen,« sprach er lächelnd zu ihr, ehe sie selber ein Wort gesagt hatte.

»Dich drückt etwas viel Schwereres, Schmasman,« erwiederte sie mit einem forschenden Blick in sein Angesicht. »Hinter Deinem grübelnden Schweigen, das mir in diesen letzten Tagen an Dir sehr aufgefallen ist, steckt ein Geheimniß, von dem ich meinen Antheil verlange; deßhalb komme ich.«

»Gern verschwiege ich es Dir,« gab er ihr zur Antwort, »aber Du wirst die Harnische bald genug rasseln hören, und dann läßt sich's doch nicht mehr verbergen. Wir Männer müssen auf die Gäule.«

»Eine Fehde?«

»Ja, eine Fehde, und was meinst Du, gegen wen?«

»Doch nicht gegen die Thiersteiner?«