Zuletzt kamen sie in Leontinens Schlafgemach, das so schmuck und üppig eingerichtet war wie für eine Märchenprinzessin.

Nachdem sich Isabella eine Weile darin umgesehen hatte, fragte Leontine, auf das Wolfsfell zeigend, mit einem eigenthümlichen Lächeln: »Wie gefällt Dir das?«

»Gut,« erwiederte Isabella, »muß ein gewaltiger Isegrim gewesen sein.«

»Weißt Du, wer ihn geschossen hat?«

»Dein Vater?«

»Nein, Dein Bruder.«

»Mein Bruder?«

»Ja, er hat mir das Fell geschenkt, mich damit überrascht; ich fand es eines Abends hier vor dem Bett. Dimot hat es heimlich für meinen alten Luchsbalg untergeschoben, bestochen durch eine Einladung zum Tanz am Pfeifertag!«

»Davon hat mir Egenolf garnichts gesagt,« sprach Isabella. »Ach!« fuhr sie fast erschrocken fort, »ich habe Dir ja seinen Gruß noch nicht bestellt.«

»Läßt er mich grüßen?« fragte Leontine schnell mit leuchtenden Augen.