Kolombine. Ach daß Gott erbarme! Lassen Sie doch diese Sporteln immerweg dem Richter; er wird sie den Parteyen treulich wieder ausliefern, und sich gern mit der Gebühr befriedigen. Sehen Sie hier.
(Er nimmt den Beutel und das Kästchen.)
Scapin. Erlauben Sie, Herr Barthold, daß wir Ihnen eine Vorstellung thun. Es war unser guter Harlekin, der hier, in des Herrn Hauptmanns Kleidung, die Erfrischung zu sich genommen.
Barth. Wie? Harlekin?
Peter. Ia, bey meiner Treue; er hat die Schläge nur auf des Herrn Hauptmanns Rechnung genommen, und ich bin froh, daß er sie empfangen hat. Ich habe mit ihm um fünf Batzen gewettet, und bereits die Hälfte davon vertrunken.
Kolombine. O, der arme Harlekin! wenn ich das gewußt hätte, ich würde ihm gewiß zu seiner mehrern Beruhigung noch eins mitgegeben haben.
Scapin. Ich kann Sie versichern, er ist so froh von seinen Schlägen, daß er sie gerne noch einmal nehmen wird, wenn er die Ehre haben kann und Sie Sich die Mühe nehmen wollen.
Kolombine. Kömmt Zeit, kömmt Rath.
Barth. Aber es ärgert mich doch, daß die tausend Dukaten-- Fast hätte ich Lust, ihm den Prozeß machen zu lassen. Falsche Münze! Nothzucht-- wahrhaftig, eins von Beyden hat schon manchen ehrlichen Mann an den Galgen gebracht. Aber still; hört, geht Ihr hin, und trinkt Eure Zeche. Ich will alles gut machen. Sagt ihm aber nichts davon, daß ich einige Nachricht von seiner Verkleidung habe.
Scapin. Sie sind ein redlicher Mann, Herr Barthold. Kein Wort aus meinem Munde!