(Er hält den Finger auf den Mund, und geht ab.)
Peter. Auf Ihre und Mamsell Kolombinens Gesundheit!
(Er hält die ganze Hand auf den Mund, und geht ab.)
Barthold und Kolombine.
Barth. Ich zweifle nicht daran; oder Harlekin wird itzt kommen, nachdem er seine närrische Probe gemacht, und um Dich anhalten. Euer sind viele, meine liebe Kolombine, und wenn Harlekin bisweilen ein bisschen einfältig ist, so mußt Du denken: daß diese seine Einfalt unsrer Bühne vielen Vortheil bringt, und daß wir ohne ihn nicht wohl fertig werden konnen. Was meynst Du also von ihm? Soll ich Ia, oder Nein sagen, wenn er um Dich anhält?
Kolombine. Nein, Papa!
Barth. Nein, Papa! und warum denn, Nein, Papa?
Kolombine. Aber ein Mann, der mir ein so schlechtes Vertrauen beweißt? Der erst mit Schlägen zur Vernunft gebracht werden muß?-- Der--
Barth. O! die Liebe macht auch kluge Leute Narren; man muß dieser Thorheit etwas zu gute halten, und Schläge auf der Bühne beschimpfen Harlekin nicht. Das ist so seine tägliche Rolle. Er wird zu allem geschlagen, und sogar zum Hahnrey. Und Du kannst mir als Deinem Vater wohl glauben, die Leute, welche eine gewisse bekannte Art von Klugheit oder Narrheit haben, sind am besten zu regieren. Die mehrsten Menschen heirathen als Narren, und werden erst klug als Männer, wenn sie auch im Ehestande nichts weiter lernen, als die Kunst zu schweigen. Zu einer guten friedlichen Ehe gehört Iugend, Gesundheit und Geld. Das übrige läßt sich entbehren, insbesondere der Verstand, wenn man sein Brot mit der Dummheit verdienen muß.