Harl. Die Bürgschaft ist in der That etwas bedenklich. Ich hätte für meine Mutter nicht einstehen mögen.
Barth. Ich mag die Grillen nicht länger anhören. Kurz und gut, Sie nehmen sie, oder nehmen sie nicht; einige Gefahr werden Sie allemal laufen. --Doch, warten Sie, wir wollen heute einmal den Freyer vorstellen. Sie sollen der Bräutigam, und meine Tochter Kolombine Ihre Braut seyn. Sie können sie dabey auf die Probe stellen; und wenn es Ihnen dann nicht gefällt, so sind Sie am Ende wieder frey, und Sie haben nur eine verliebte Rolle gespielet.
Harl. Der Einfall ist wirklich gut. Ein jeder Freyer spielt doch nur eine Rolle; und wenn am Schlusse des Stücks die Heirath vollzogen wird, so hat die Rolle nur gar zu früh ein Ende.
Barth. Holla! Kolombine!
Die Vorigen, und Kolombine.
Barth. Kolombine, Du sollst heute einmal die Braut seyn.
Kolombine. Ach, Papa, das bin ich gerne. Ich spiele nichts lieber als Braut und Bräutigam.
Harl. (Vor sich) O Du-- Sie wissen aber doch, meine schöne Kolombine, daß die Freyerey mit der Comödie ein Ende hat.
Kolombine. Nun, so können wir ja dasselbige Stück noch einmal spielen. Ich wollte, daß wir gar kein anderes auf unsrer Bühne hätten; und fast mögte ich das Heirathen verreden, um allzeit Braut zu bleiben. Ach, es ist so allerliebst Braut zu seyn.