In märchenhafter Pracht wölbt sich der tropische Himmel. Stern an Stern erglänzt, wie ein weiß leuchtendes Feld schimmert die Milchstraße herunter, so strahlend, daß in ihrem Scheine an Deck eine fast unwirkliche Helle herrscht.

Dicht beisammen sitzt die Besatzung. Die überstandenen Sturmtage und die Gefahren der Windstille bieten reichlichen Gesprächsstoff. Manches erlebte Mißgeschick, mancher böse Zufall wirkt jetzt, in der Erinnerung gemildert, erheiternd. Jeder weiß anders zu erzählen und zu schildern. Der Kommandant schweigt. Das Gespräch wird karger, ruhiger, setzt minutenlang aus .... Die Sternschnuppe ... wie aus einem inneren Gedankengang heraus, halb unbewußt hat einer leise das Wort gesprochen.... Die Sternschnuppe .... Deutlich hebt sich der so unirdisch wirkende Vorgang vor ihren Augen ab .... Der einsame Stern ... die feurige Bahn ... der Wunsch ... ein leichtes Räuspern ... Kapitänleutnant von Möller spricht. Auch er kann den Gedanken an jene Nacht nicht los werden, in schlaflosen Stunden haben die Vorgänge in seinem Geiste feste Form angenommen. Einfach, schmucklos spricht er .. kein Laut. Bewegungslos hängen sie alle an seinen Lippen.

Es war einmal ein Stern am hohen Himmelszelt,

Der schaute gar so gern auf diese Erdenwelt;

Er hatte viel erfahren, er hatte viel gesehen,

Schon seit viel tausend Jahren sah er die Erd’ sich drehen;

Er sah der Menschen Ringen um Geld und um Begehr,

Er sah vor allen Dingen den Seemann auf dem Meer.

Als er nun schon gealtert sein Ende fühlte nah’n,

Da hat er, halb erkaltet, noch einen Schwur getan: