Die Kamele stehen bereit, ein arabischer Soldat und ein Basch Tschausch, die als Führer dienen sollen, warten auf den Befehl zum Abmarsch. Noch einmal tritt der Kommandeur an von Möller heran.

„Herr Kapitänleutnant, ich habe leider nicht die Macht, Sie an Ihrem Vorhaben zu hindern, aber bitten kann ich Sie wieder und wieder, bleiben Sie hier. Sie wissen nicht, wie gefährlich der Weg ist, den Sie gehen wollen, wie verhetzt die Beduinen, die seit langem schon nur englisches Gold kennen. Denken Sie an die „Ayesha“-Leute!“ Eindringlich spricht der türkische Offizier auf den Deutschen ein, dessen hohe Gestalt ihn weit überragt. Einen Augenblick scheint es wie ein Zögern über das dunkelbraune, hager gewordene Gesicht von Möllers zu gehen, dann lächelt er: „Wenn Sie nun wüßten, Ihr Vaterland braucht Sie, über kurz oder lang kommt es zu einer großen, vielleicht zur Entscheidungsschlacht, in der jedermann nötig ist, würden Sie zögern, weil es gefährlich ist?“ Nicht einen Augenblick besinnt sich der Angeredete. „Ich würde gehen. Trotzdem möchte ich Sie warnen und bitten, bleiben Sie, tun Sie es nicht. Freilich, Sie sind ja fest entschlossen! So wünsche ich Ihnen nur, Ihr Gott möge mit Ihnen sein und Sie glücklich nach dem ersehnten Ziele geleiten.“

Ein fester Händedruck, dann wendet sich Kapitänleutnant von Möller an seine Begleiter, die mit ihm so manche Gefahr bestanden haben und die wie er bereit sind, neue aufzusuchen, um heim, in den Krieg zu kommen.

Langsam setzt sich der Zug in Bewegung. In gleichmäßigem Schritt geht es durch die Straßen in die Wüste hinaus, die im Scheine der untergehenden Sonne blutigrot leuchtet .... Jetzt winden sie sich zwischen zwei Dünen hindurch, überschreiten den Wadi, sind draußen .... Kleiner und kleiner werden die Gestalten ... bläuliche Nebel fallen ein ... ein weißer Burnus leuchtet ... der letzte Sonnenstrahl blitzt auf einem Gewehrlauf .... Wie Pünktchen noch sind sie zu erkennen ... dann verschwinden sie dort, wo der gelbe Sand in die violetten Abendschatten übergeht .. fern ... in der Wüste ...........

Telegramm des syrischen Armeekorps vom 3. Juni 1916:

Wir haben zu unserem Bedauern erfahren, daß Kapitänleutnant von Möller und seine Begleiter neun Stunden von Djidda entfernt von Arabern ermordet wurden.

Verlag August Scherl G. m. b. H., Berlin

Deutsche Taten zur See

Emden-Ayesha. Die beiden Bücher von Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke. Selbsterlebtes von den sagenhaften Fahrten des ruhmreichen Schiffes, die abenteuerliche Fahrt des Verfassers auf See und der gefahrvolle Zug von Hodeida durch die arabische Wüste. — Als Geschenkwerk in einem geschmackvoll gebundenen Bande vereinigt. Preis 3 Mark. Jeder Band einzeln: geheftet 1 Mark, gebunden 2 Mark.

Oberheizer Zenne. Der letzte Mann der „Wiesbaden“. Nach Mitteilungen des Oberheizers Zenne von Freiherrn Spiegel von und zu Peckelsheim, Kapitänleutnant. In der Seeschlacht am Skagerrak ging der Kleine Kreuzer „Wiesbaden“ verloren. Der einzig Überlebende erzählt durch die Feder des Verfassers vom Kriegstagebuch „U 202“ seine Beobachtungen über die Schlacht bis zum Untergang des Schiffes und seine Errettung nach 40stündigem Treiben auf den tosenden Wogen. Die schlichte Schilderung ist in Wahrheit ein Heldensang von deutschem Todesmute. — Mit vier Abbildungen. — Preis 1 Mark. Gebunden 2 Mark.