Ach, mein Herr und Gott, wann wird die Stunde da sein, da du das „Komm!“ zu mir sprichst, da ich, der Zurückgelassene und Einsame, meine Nachfahrt halte?

Die Kriegsnot hat jetzt, indem ich dies schreibe, aufgehört, der Friede beginnt langsam die grausamen Wunden zu heilen, die das Schwert während dreißig langer Jahre geschlagen, doch meine Seele begehrt einen besseren Frieden zu schauen. Mein Abschied ist gemacht, mein Schifflein liegt fertig am Gestade und harrt nur des Befehls zur Abfahrt, mit dem der große Gott nicht allzu lang mehr warten wird. Bald, bald läßt er seinen Diener im Frieden fahren, und ob mein Schifflein auch keine gute Fahrt gehabt, sondern in manchen Sturm gekommen und in manche Tiefe ist geschleudert worden, — doch aber hast du, mein Gott, Gnade gegeben, daß in Wind und Wetter, in Sturm und Nacht, in Angst und Not allezeit meine Augen deinen Heiland gesehen, und der hat mir gnädiglich die Hand gereicht, so oft ich, ein kleingläubiger Petrus, zu sinken anhub und schrie und sprach: „Herr, hilf mir!“

Haben deine Augen Ihn auch schon gesehen, lieber Leser, und seine holdselige Gestalt festgehalten bis heute? Dann tritt her zu mir und stimme mit ein und hilf mir rühmen und danksagen:

Soli Deo Gloria!
Dem Herrn allein die Ehre!
Amen!

Also geschrieben zu Sommerhausen im Juli anno Domini 1650.

Udalricus Gast,
zur Zeit vierzig Jahre Schuldiener allhier.