»Wer? Der Max? Wie kam er denn hin? Verbarg er sich vor mir? Ich will doch warten, bis er herauskommt. Ich werde diesem Kerl schon zeigen! Zu Staub will ich ihn zermalmen. Vor einer Stunde gab ich ihm daß Bügeleisen, damit er es wärme, denn noch heute muß ich den Mantel des Halaser Bürgermeisters nach Hause bringen, welcher darin mit einer Deputation morgen ins Neograder Komitat geht. Ich rufe jetzt in die Küche: ›Max, bring' schon einmal das Bügeleisen!‹ Aber weder Bügeleisen, noch Max erscheint. Soll da der Mensch nicht vor Zorn bersten?«

Valentin Katona, der Kürschner, ergriff die Partei des Sohnes.

»Man kann einen erwachsenen Burschen nicht mehr als Schneidergesellen beschäftigen und mit dem Wärmen des Plätteisens quälen.«

»Kümmern Sie sich um Ihr eigenes Kalb,« erwiderte der Schneider roh. »Was soll ich denn mit ihm anfangen? Früher oder später wird er ohnehin aufgehängt. Er schnüffelt immer nach städtischen Angelegenheiten umher. Ich werde dir schon städtische Angelegenheiten geben. Ich werde den Lumpen braun und blau schlagen.«

»Daraus wird nichts!« warf Valentin Katona neuerdings ein, an das heutige große Verdienst des Jungen denkend.

»Die Erde soll mich verschlingen, wenn ich ihn nicht züchtige.«

Valentin Katona wollte eben seinem in weicherem Material arbeitenden Kollegen erklären, wie Max in den Senat gelangte, als das Fenster des Beratungssaales mit großem Lärm geöffnet wurde und der wohledle Herr Gabriel Poroßnoki »Verehrliches Volk der Stadt Kecskemét!« mit Stentorstimme hinausrief, worauf Grabesstille eintrat. »Ich melde euch im Namen des Senates, daß vom heutigen Tage angefangen, auf ein Jahr der wohledle und achtbare Herr Michael Lestyák nach unseren Gesetzen und Gewohnheiten zum Oberrichter der Stadt gewählt wurde.«

Ein Gemurmel der Überraschung ging durch die dicht gedrängte Menge.

Es gab zuerst ein Gelächter: »Hahaha! Michael Lestyák! Hehehe!«

Aber bald begegneten diese Stimmen anderen, welche vielleicht aus Gewohnheit »Eljen«[3] schrien.