Er antwortete nichts, allein der Stock entfiel seiner kraftlosen Hand; er schloß die Augen, allein selbst im Dunkeln fühlte er das Nahen des Oberrichters; er sprang mit einem Satz, wie ein Hamster, auf ihn zu und bedeckte ihn mit der ungebügelten neuen Mente, welche noch die weißen Nähte und die Kreidestriche des Schneiders aufwies.
Die Menge nahm auch dies mit brausendem Beifall auf, nur Valentin Katona rief spaßhaft aus: »Halloh! Gevatter Mathias! In welchem Kleid geht denn nunmehr der Halaser Bürgermeister nach Fülek?«
Der alte Schneider antwortete in verbissenem Trotz: »Er soll im Szür[6] dahin. Dazu ist er mir ein zu kleiner Mann, daß ich ihm eine Mente nähe.«
Und damit brach er sich, gleich einem wildgewordenen Stier einen Weg durch die Menge, stürzte nach Hause, in den kleinen Garten vor seinem Häuschen, wo ein großer Birnbaum seine rostroten Früchte begehrenswert hängen ließ und seine mächtigen Zweige auf die Straße hinausstreckte. Rasch wie ein Eichhorn kletterte er bis zur Krone hinauf und wie wahnsinnig begann er an den oberen Zweigen zu rütteln. Die herrlich duftenden Birnen, seine eifersüchtig gehüteten Schätze fielen dicht in die Menge »Czup, czup«, und die Kinder und Weiber warfen sich auf den Himmelssegen, gleich wie das Volk sich auf das Gold stürzt, das der Oberstkämmerer bei der Krönung in die Luft streut. Auch bejahrte Männer beugten sich nieder nach den rollenden Birnen.
»Esset euch toll und voll! Da habt ihr eine Mahlzeit!« schrie der Alte und rüttelte und schüttelte wild an dem alten Baum, so lange dieser auch nur eine einzige Birne trug.
.... So beging er die Installation seines Sohnes.
Drittes Kapitel.
Der erste Rausch der Oberrichterwahl war vorüber. Am dritten Tag war das Publikum ernüchtert.
»Es war doch nur eine Dummheit,« sagte man. »Ein wahrhaftiger Faschingsscherz.«
»Man macht die Stadt lächerlich!« ließen manche sich vernehmen.