In Kecskemét gab es schon damals berühmte Märkte. Was den Augen schön, dem Munde gut ist, das alles brachten die türkischen, deutschen und ungarischen Kaufleute haufenweise hierher und der Markt hatte stets ein trauriges Ende, denn wenn er eben im besten Zuge war, erhob sich eine Wolke auf der sandigen Straße, es kam der Kurutze oder der Türke, oder gar ein Haufe Labanzen sauste wie der Blitz nieder und verschwand mit den wertvollsten Waren beladen wieder in einer Staubwolke.
Die bitteren Pillen aber konnte dann die wohledle Stadt verschlucken, denn hatten die Türken die Zelte geplündert, so fielen nunmehr die Labanzen mit großen Rechnungen über sie her.
Die Stadt habe ohne Verzug den Schaden der Kaufleute zu bezahlen, sonst wird gestürmt; wenn der Labanze raubte, galt es auch gleich für die armen Kecskeméter, denn dann verlangten die Kurutzen und Türken Schadenersatz für ihre Kaufleute und diese Forderungen erreichten fast immer die Höhe von tausend Goldstücken.
Vergebens seufzte der Oberrichter Johann Szücs: »Woher nehmen, woher? Das ist ja nicht das Kremnitzer Goldbergwerk; unter unseren Füßen ist ja nichts als Sand, Sand bis hinunter zur Hölle.«
Endlich ward die Sache doch unerträglich, man hielt großen Rat und dann gingen die guten Leute zum Palatin, der aber nach der Erzählung des Herrn Paul Fekete sehr mißmutig wurde, als sie ihm vortrugen, daß sie eine Bitte an ihn hätten.
»Verlanget nur nichts großes, denn ich gewähre es euch nicht.«
»So sehr verlangen wir nichts großes, daß uns selbst das zu viel ist, was wir haben.«
»Valde bene, valde bene,« meinte der Palatin schmunzelnd.
»Wir bitten Eure Gnaden, uns unsere Märkte zu nehmen.«
Der Palatin dachte nach, hüstelte. »Hm, es ist kein richtiges Regime, amici, das den Leuten etwas nimmt, wovon der Nehmende keinen Vortheil hat.«