»Freue dich, Czinnchen, freue dich! – Dein Tag ist gekommen, nun wird auch die Hochzeit stattfinden, ich lasse dir eine Ausstattung machen, daß die Fáyschen Fräulein grün vor Neid werden. Lache doch, Czinna, du hast ja so viel Geld, daß deine kleinen Kinder, wenn du welche haben wirst (du mußt deswegen nicht erröten, was schämst du dich meiner Enkelkinder) mit Goldstücken spielen werden.«
Der Alte nahm einen Haufen Gold aus seinen Taschen und ließ diesen vor Czinna funkeln.
»Woher nahmen Sie diesen großen Schatz?« fragte erstaunt das Mädchen.
»Was ist dies mit dem übrigen gemessen? Horch auf, mein Kind, ich will dir alles erzählen. Für dich thue ich dies, was ich thue, einerseits, weil ich weiß, daß Max dich ohne Geld nicht heiraten kann. Einerseits, sage ich, dann spielt auch meine Eitelkeit mit hinein. Ich will ein Kleid hinterlassen, daß die Schneider auch nach tausend Jahren erzählen sollen: ›Es lebte ein Mann, Namens Mathias Lestyák, der machte dieses Kleidungsstück.‹«
»Ich ahne nicht einmal, wovon die Rede ist.«
Der Alte fuhr flüsternd fort:
»Zwei fremde Herren kamen zu mir, du kanntest sie ja schon, ein kleiner Dicker und ein Goliath. Sie kamen in Vertretung einer Stadt, den Namen derselben verschwiegen sie auch vor mir. Ich fragte sie nicht, es ist mir ja gleichgiltig, welche es ist. Sie suchten mich, wie gesagt, auf und sagten: ›Meister, Schneider der Schneider, unter allen Schneidern der größte! Wir suchten dich auf, um dich reich und unsterblich zu machen.‹ ›Was wollt ihr?‹ ›Nähe uns einen Kaftan, gleich jenem der Stadt Kecskemét, er soll aber dem anderen vollkommen ähnlich sein, wie zwei Eier oder zwei Weizenkörner einander gleichen; bist du dies im stande?‹
›Meine Nadel näht alles,‹ antwortete ich, ›was mein Auge erblickt.‹«
Czinna zog sich fröstelnd zum alten Schneider hin ...
»Und worin kamen Sie überein?«