»Fürwahr, du bist der Schneider aller Schneider, der größte Schneider aller Zeiten.«

Der Andere sprach nichts, sondern griff nach seinem großen Gürtel und goß einen Haufen Goldstücke mitten auf den Tisch.

»Es sind genau 4500 Stück. Zähle sie nach, Meister, so du mir nicht glauben willst.«

»Der Teufel mag's zählen! Nicht für Geld, sondern um des Ruhmes willen habe ich gearbeitet.«

»Welchen sollen wir mitnehmen?« fragte der Goliath, auf die beiden Kaftans weisend. »Welcher ist der unsere?«

Lestyák stand zaudernd am Bette. Er dachte bei sich:

»Soll ich ihnen mein Werk geben? Und es niemals, niemals wiedersehen? Sie entführen es dann, weiß Gott wohin, und nie wieder werde ich seine Schicksale erfahren. Und dann erfaßt mich eine quälende Sorge, was aus ihm geworden sei? Ich sehe den Türken nicht, der sich davor zur Erde beugt, vor meinem Werke, um es zu küssen, mein Werk! Nein, nein! Der Erfolg kann nicht ausbleiben. Das Werk ist vollkommen. Ich will es immerdar vor meinen Augen haben, mich berauschen an seiner Herrlichkeit!«

»Ei, warum bezeichnet Ihr uns nicht endlich den neuen?« polterte der Goliath ungeduldig.

»Und Ihr, warum steift Ihr Euch just auf den neuen?«

»Weil ich weiß, daß Ihr mir den bestimmt habt.«