»Prächtig!« rief der Schneider begeistert aus. »Ich gehe ihnen entgegen.«
»Sehr gut. Pintyö, lassen Sie für meinen Vater ein Pferd satteln.«
»Welches? Den Büßke?«
»Der Ráró wird vielleicht besser sein, er ist frommer. Heute könnte ich nicht gehen, wir halten Gericht. Denken Sie, mein Vater, der Kläger ist niemand Geringerer als der Kalgaer Tartaren-Sultan. Einige Kecskeméter Burschen haben eine Schafherde weggetrieben und die vier Wache habenden Tartaren weidlich geprügelt. Einer von ihnen starb sogar.«
»Die verkehrte Welt!«
»Das Schönste an der Sache ist,« – fuhr der Oberrichter fort – »der Nimbus der Stadt Kecskemét zwingt den Kalgaer Sultan dazu, nach unseren Gesetzen das Recht zu beanspruchen, anstatt Genugthuung zu nehmen nach seiner Laune. Auch dies hat nur der Kaftan verursacht. Aber halt, beinahe hätte ich es vergessen, warten Sie nur, Pintyö. Vor allem gehen Sie auf den Marktplatz und holen Sie vier zu Richtern passende Personen, es können unter ihnen auch Türken sein, wenn es sich gerade so trifft.«
Es war der erste Markttag (denn seitdem der Kaftan da ist, hat Kecskemét auch seine Märkte zurückerlangt), der alte Pintyö guckte in die Hütten, lief den gutgekleideten Leuten nach und wenn er eine angesehene Person erwischen konnte, leierte er die Formel her:
»Im Namen des wohledlen Herrn Max Lestyák, Oberrichter der Stadt Kecskemét! Es sei Euch, mein guter Herr, die Ehre gegeben und möge es Euch nicht zu Lasten sein in unserem bescheidenen Gemeindehaus, um dort weise und gerecht Recht zu sprechen über unsere Völker. Ungehorsam zu sein, wäre nicht angeraten.«
Bald hatte er den gelehrten Paul Börcsök aus Szegedin, den geistvollen Franz Balogh aus Szentes engagiert, er fand den letzteren in der Laczikonyha[17] schon beim sechsten Glas. (Jedoch auch so wird er gut sein.) Dann zitierte er den Czegléder Lebzelter Stefan Torda und weil der Oberrichter auch von Türken sprach, nahm er den langbärtigen Mollah Cselebit aus Ofen mit, der Astrachen verkaufte und der jene Städte, wo man den Kadi mit Stricken fängt, in des Teufels Umarmung wünschte. So seinen Auftrag verrichtend, ging er in den Stall des Stadthauses, putzte, kämmte den Ráró, fütterte ihn mit etwas Hafer, dann legte er ihm den Sattel auf und ließ zu den Lestyáks hinübersagen, daß der alte Herr kommen möge.
Der alte Lestyák eilte mit leichten Schritten aufs Stadthaus, wo das Gericht schon versammelt war, der Oberrichter hatte noch zwei Senatoren hinzugesellt, den Gabriel Poroßnoki und Agoston Kristof, er selbst führte als Siebenter den Vorsitz. Als er seinen Vater erblickte, sandte er Pintyö mit dem Stadtsiegel zu Czinna um den Schlüssel, dann nahm er den Kaftan aus der Eisentruhe und zwei Senatoren halfen dem alten Herrn, ihn anzuziehen. Dies war die amtliche Zeremonie.