Wie der weggeschleuderte Stein, so schwirrten die Stimmen in der Luft: »Tod dem Schuldigen!«
»So ist's! Auch ich werde es aussprechen.«
Zwischenrufe wurden laut.
»Er gehört nicht auf den Präsidentenstuhl, sondern auf die Anklagebank.«
»Ruhe!« schrie der Oberrichter und klirrte mit dem Säbel, der, seitdem er geadelt wurde, immer vor ihm auf dem Tisch lag. »Hier sitze ich im Präsidentenstuhl und hier bleibe ich. Ich will sehen, wer sich zu rühren getraut, wenn der Oberrichter von Kecskemét Ruhe gebietet.«
Nur auf den Friedhöfen herrscht eine solche grauenhafte Stille, wie sie nun eintrat.
»Wer ist der Elende, der seinen Stachel gegen mich ausstreckt? Wenn ich gewußt hätte, daß der Mantel nicht der echte ist, hätte ich in demselben meinen eigenen Vater gesendet? Das Ding ist unbegreiflich. Gott hat es gefallen, eine Prüfung zu senden über Kecskemét, jedoch verzagen wir nicht, denn was immer auch geschehe, noch herrscht hier eine starke Hand. Deswegen, mein lieber Herr Senator Kriston, eilen Sie sofort und tragen Sie den Türken nach Talfája die verlangte Brandschatzung, damit nicht aus zwei Übeln drei werden.«
Kriston ging sofort, bevor er aber noch zur Thür gelangt war, öffnete sich diese mit großem Geräusch und herein stürzte Czinna. Sie war weiß, wie eine Lilie, ihr Gang unstät, aus ihren schönen Augen stürzten Thränen.
»Was suchst du hier?« fuhr sie der Oberrichter an, seine Brauen zusammenziehend. »Geh' nach Hause weinen!«
»Hier ist mein Platz!«