Es herrschte eine Stille, daß man das Pochen der Herzen, das Schwirren eines zum Fenster hereingeflogenen Schmetterlings hören konnte. Zwei Voten verlangten den Tod, die beiden anderen beließen das Leben. Es folgte in der Abstimmung der Czegléder Lebzelter, er dachte lange nach, aus seiner Stirn perlte der Schweiß.
»Es wird ein wenig Kerker auch genügen,« stöhnte er.
Diejenigen, deren Herz voller Teilnahme für das Mädchen war, atmeten frei auf, sie wollten nicht, daß diesen herrlichen Hals das Richtbeil vom Körper trenne. Nur Herr Agoston war noch zurück.
»Tod!« rief er rauh.
Wieder standen die Voten gleich. Der Präsident hatte zu entscheiden. Welch' fürchterliche Scene! Der Oberrichter erhob sich mit bewundernswürdiger Seelenruhe: elastisch dehnte sich seine Gestalt, er nahm den neben seinem Säbel liegenden Stab zur Hand, und drehte an demselben. Der Stab krachte; er war entzweigebrochen.
»Tod!« sagte er vernehmbar und ruhig.
Das Mädchen sah ihn entsetzt an, dann stürzte sie mit einem markerschütternden Aufschrei zusammen. Aus den Reihen der Zuhörer tönte Gezisch mit Eljenrufen untermengt.
»Er ist doch ein großer Mann!« flüsterten die Kecskeméter einander zu.
»Ein schlechter Mensch!« murmelte Mollah Cselebit.
Der Oberrichter kümmerte sich um all' dies nicht, er verließ den Richtertisch, jetzt verpflichtete ihn nichts mehr. Er beugte sich über seine Geliebte, hob sie auf, küßte sie und flüsterte ihr ins Ohr: