»Befürchte nichts, ich rette dich.«

»Er hat zwei Herzen,« meinte Herr Permete zu seinen Kameraden.

Und der Mann mit den zwei Herzen verließ den Saal mit sicheren, männlichen Schritten, wie wenn nichts geschehen wäre, dann ging er nach Hause, sperrte sich mit dem geköpften Leichnam ins Zimmer ein und redete stundenlang zu demselben:

»Warum hast du das gethan, warum hast du es gethan? Schau, welch' Unglück du auf dich, auf mich und auf sie heraufbeschworen hast. Du warst kein schlechter Mensch, ich weiß es wohl .... Der Ehrgeiz war dein Henker. Man hat in dir dieses ungarische Ungeheuer erweckt. Aus Ehrgeiz hast du den Kaftan gemacht, aus Ehrgeiz hast du den unsrigen weggegeben. Du hast auch das arme Mädchen mit hineingerissen, wenn du nur dies nicht gethan hättest, ihr Herz war der Hebel. Du hast ihn gefunden. Alles zerfiel. Hier stehe ich gebrochen ... Ich konnte den Schatz nicht ermessen, welchen ich in jenem Mädchen besaß ...«

Dann verfügte er sich in das andere Zimmer und suchte den großen mit Gold gefüllten Korb hervor ...

»Da nimm's hin, Erzsi! Gehe in den Garten und streue es unter das Volk!«

Das weinende Mädchen gaffte und staunte, gehorchte aber dann dem mächtigen Oberrichter der Stadt und streute die funkelnden Dukaten mit vollen Händen in den Sand der Straße, in die Furchen, zwischen das Gestrüpp. Der Oberrichter sah eine Weile vom Fenster aus dem Treiben der Leute zu, wie sie um das Gold drängten und balgten.

Als aber Erzsi zurückkehrte, war er nicht mehr da. Er war nirgends. Wann er weggegangen, wohin er gegangen, niemand, niemand hatte ihn gesehen. In Kecskemét hat keine Seele mehr mit ihm gesprochen.


Für den vierten Tag war Czinnas Enthauptung anberaumt worden.