Drei Tage brachte sie in der Armesünderzelle zu. Sie betete vor dem Kruzifix, auf welchem Tag und Nacht der Glanz zweier Wachskerzen flimmerte.

Diese Zeit reichte für alle Vorbereitungen hin. Die Zimmerleute erbauten das Blutgerüst gegenüber dem grünen Thore des Stadthauses; Paul Fekete war als Vertrauensmann damit beauftragt worden, den Scharfrichter aus Fülek zu holen. (Die Senatoren hatten anderes zu thun, sie forschten in den Kecskeméter Teichen nach dem verschwundenen Oberrichter.)

Endlich am vierten Tage, als von dem Turme der St. Nikolauskirche die neunte Stunde schlug, entstand eine große Bewegung in der versammelten Volksmenge. Es erklang die Armesünderglocke.

Jetzt bringt man Czinna auf den Richtplatz. Sie ist mit einem einfachen weißen Rock bekleidet, welchen fast ganz das aufgelöste lange Haar bedeckt.

Dem wird gleich Gáspár Szekeres, der Barbier abhelfen. Flugs war er mit seiner Scheere zur Verurteilten geeilt und mit einem Schnitt war es um das schöne Haar geschehen ... damit's den Scharfrichter nicht in seiner Arbeit hindere. Dann stellte sich Franz Kriston auf einen Stuhl und verlas das Todesurteil.

Nun ergriff Pater Bruno das Mädchen bei der Hand, um es auf das Podium zu führen, wo der Scharfrichter wartete, das scharfgeschliffene Richtschwert in der einen, die weiße Binde in der anderen Hand haltend. Damit werden ihr die Augen verbunden.

»Entsetzlich, das mit anzusehen!« sprach Frau Paul Nagy und schloß die Augen.

»So schön und sie muß sterben –« seufzte Gerson Zeke.

»Noch einen Augenblick,« erklärte Frau Fábián, »– und es giebt ein heiratsfähiges Mädchen weniger.«

»Die sind noch immer dicht genug gesäet,« meinte Johann Szomor.