Am Horizonte dämmerte es schwach. Die Erde und ihre Dinge nahmen eine kühle, schemenhafte Blässe an; ständig ausgebleichter und schärfer hoben sie sich empor, und es ward Licht.
„Also was haben Sie gefunden?“
„Ich weiß nicht ... Es ist mir entglitten. Alles habe ich verloren, und ich werde es niemals mehr wissen.“
„Und überhaupt nichts, vollkommen nichts ist Ihnen davon geblieben?“
„Vollkommen nichts; nur das, was mir auf ewig klar geworden über mein Leben.“
DIE AUFSCHRIFT
Ein Weilchen verschnaufend stand Kvíčala an der Tür und freute sich: Matys ist krank, er wird Freude haben, daß ich gekommen bin: ich werde ihm ein wenig vorplaudern am Bett, um ihn zu zerstreuen.
Die Glocke ertönte so abgerissen, daß es Kvíčala quälend beklemmte; ihm war, als ob sich der Klang drinnen so aufgescheucht und blind einen Weg bahne durch die allzuabgestandene Stille, und er lauschte mit der Hand an der Glocke. Es kam das alte Mütterchen in Hausschuhen öffnen und bat ihn flüsternd einzutreten. Kvíčala ging auf den Spitzen, er wußte selbst nicht warum; durch die offene Tür sah er Matys mit dem Gesicht zur Wand im Bett liegen, wie wenn er schliefe.
„Wer ist das?“ fragte der Kranke gleichgültig.
„Der Herr Kvíčala,“ flüsterte die alte Frau und entfernte sich.