Matys wandte sich mit aufgeheiterten Augen dem Freunde zu.
„Das ist brav von Ihnen. Oh, es ist nichts; nur eine Brustfellentzündung, irgendein Exsudat ... In vierzehn Tagen werde ich gehen.“
Kvíčala lächelte gezwungen. Ihm war schwül in dem heißen Zimmer, wo er den schwachen und faden Geruch von Umschlägen, Urin, Tee und Eiern spürte. Ihn rührte das unrasierte Kinn des Matys und seine strahlenden Augen; er bedauerte, daß er vergessen hatte, eine kalte Orange oder ein nasses Sträußchen mitzubringen, um sie auf das Nachttischchen zwischen die zerknüllten Taschentücher, Speisereste und ungelesenen Bücher zu legen. Im ganzen übermannte ihn eine matte Übelkeit.
Er bemühte sich zu plaudern; er erzählte irgendwelche Neuigkeit und ärgerte sich über seine fremde, gleichsam belegte Stimme; er fühlte die Augen des Kranken aufmerksam und doch entfernt auf sich geheftet; und da verschluckte er seine Neuigkeit und sehnte sich zu verschwinden.
Matys erkundigte sich nach Bekannten; aber Kvíčala spürte die besondere Rücksichtnahme des Kranken auf die Gesunden heraus und antwortete immer schwerer. Schließlich war alles erschöpft. Wenigstens das Fenster öffnen! Horchen, was draußen geschieht! Nur einen Teil seiner selbst dorthin übertragen! Verdrossen wich Kvíčala den starren und abwesenden Blicken des Freundes aus; seine Augen wichen dem heißen und zerdrückten Bette aus; er wich der eingetrockneten Häßlichkeit des Nachttischchens aus; und heftete den Blick auf das Fenster, das blasse halbundurchsichtige Fenster, das Fenster, welches ins Freie führt.
„Schauen Sie her,“ sagte plötzlich der Kranke und wies mit dem Finger auf die Wand zu Häupten des Bettes.
Kvíčala beugte sich vor; an die Wand war grau und verwischt und zweimal unterstrichen mit Bleistift das Wort „zurück“ geschrieben. „Zurück“, las Kvíčala.
„Was sagen Sie dazu?“ fragte Matys still.
„Jemand hat es hingeschrieben. Es steht offenbar schon viele Jahre dort.“
„Wieviel Jahre denken Sie?“