— Drüben haben neue Menschen sich gesetzt, und in ihrer Mitte —
„Ach sehen Sie doch,“ riefen die grauen Augen aus, „wie schön sie ist!“
— ja, schön, tatsächlich schön, o Mädchen, wie groß und schön! Warum ist sie gekommen, wen sucht sie mit den dunklen Augen! Ach, wer ertrüge der Schönheit vernichtenden Blick? Wie erbebte er nicht in Verwirrung und Schrecken, wie schlüge er nicht nieder die Augen? Wehe, daß sie ihn angeblickt!
Langsam, ohne Unsicherheit hefteten sich die großen schwarzen Blicke der neu angekommenen Frau auf sein Gesicht. Da stockte sein Herz vor Erstaunen und schwieg.
„Ich bin schön. So viele sind mir untertan. Sieh.“
Ich verreise, entgegnete er finster.
„Bleib. Ich bin schön. Du begegnest mir auf den Straßen, in den Basaren und auf Festen. Suche mich in den Logen der Theater. Du wirst mir begegnen, wenn du willst. Wir können einander kennen lernen und — wer weiß?“
Ich reise, wiederholte er hartnäckig.
„Bleib. Ich habe so wenig Unterhaltung, so wenig. Ich bin so schön. Du wirst mich oft sehn, täglich, wenn du willst, und so nahe! Bleib!“
Nein, sagte er mit brennender Pein, ich reise; ich verreise und kehre wieder mit Lippen, bitter von Meer und Fremde; ich kehre mit anderer Seele zurück. Mit einer Seele ohne Staunen und Beben; mit einer rauhen, mutigen, wilden und schamlosen Seele; mit einer unruhigen und grausamen Seele; mit einer Seele für dich. Aber dann! Daß diese herrlichsten Augen weinen! Daß die Schönheit erbebe! Daß ich schlimmer sei als du! Daß du mich liebest. Daß sich das Schicksal erfülle. Daß ich Gott nicht fürchte. Daß ich dir gleichkomme. Nichts ist furchtbarer als Schönheit und Mut.