„Haben Sie schon etwas gefangen?“

„Niemals.“

Lhota blieb auf dem Damme sitzen, unschlüssig ob er lachen oder zürnen solle. Wie ist das möglich, dachte er, wie ist es überhaupt möglich, so Fische zu fangen?

„Ich angle nämlich nicht,“ äußerte der Fischer, „ich sitze nur mit der Rute so da, damit die Leute nicht über mich lachen, wenn sie mich hier sehn.“

„Sie sind ein Hiesiger?“

„Ich wohne in dem Häuschen hinter uns. Schon viele Jahre gehe ich her, weil es mir hier gefällt. Und angle nicht.“

Lhota blickte in die großen, hellen Augen des Fischers. „Sie sind krank, nicht?“

„Ich kann nicht gehn. Schon seit Jahren. Viele Jahre bin ich nicht weiter gewesen als hier. — Aber hier ist es schön.“

„Tatsächlich,“ sagte Lhota unsicher. Unabsehbar zogen sich die kahlen Dämme hin, und zwischen ihnen strömte der breite, graue Fluß.

„Sie sollten bei Sonnenuntergang hier sein,“ sagte der Kranke, „oder am Morgen. Ich sitze seit früh hier, und niemals ist mir langweilig oder leer zumute; wenn ich dann abends heimkomme, schlafe ich ohne Traum, Nacht für Nacht schlafe ich herrlich und ohne Traum. Erst im Winter —“