„Ich fahre nur so,“ antwortete der Gefragte zerstreut, „zum Vergnügen. Oft findet man nämlich schöne Städte. Sie fahren so weit, daß Sie bereits an nichts mehr denken, und auf einmal sind Sie an einer solchen Stelle; es ist ein Bach oder Brunnen im Hain, oder Kinder, etwas Unerwartetes und Schönes — und da begreifen Sie überrascht, was Glück ist.“
„Was ist Glück?“
„Nichts. Sie begegnen ihm einfach. Es ist, kurz gesagt, zum Verwundern. Haben Sie je an die heidnischen Götter gedacht?“
„Das war so: Niemand erwartete sie, und unverhofft erblickte er sie. Irgendwo im Wasser oder im Gebüsch oder in den Flammen. Deshalb waren sie so schön. Oh, wenn ich das ausdrücken könnte! Wenn ich es nur ausdrücken könnte!“
„Warum denken Sie an Götter?“
„Nur so. Dem Glück muß man rasch und unverhofft begegnen. Es ist solch ein besonderer Zufall! Solch ein jähes Ereignis, daß man sagen möchte: ach, welch ein Abenteuer! Ist es Ihnen jemals begegnet?“
„Es ist mir begegnet.“
„Und da war Ihnen wie im Traum. Das Herrlichste ist nur ein Abenteuer. Dort, wo die Liebe aufhört, ein Abenteuer zu sein, wird sie eine Qual.“
„Warum, warum ist das so!“