„Ich weiß nicht. Sie könnte nicht dauern, wenn sie keine Qual wäre. Schauen Sie, die Alten hatten einen einzigen Namen für Glück und Zufall. Aber es war ein Göttername.“
Fortuna, dachte Záruba beklommen. Wenn sie mir begegnete auf dieser Reise! Aber es ist schwer, auf den Zufall zu warten!
„Warten ist schwer,“ begann der Mensch wieder, „so schwer und quälend, daß, was immer Sie erwarten, Sie nur eines abwarten: des Wartens Ende, Erlösung vom Warten. So schwer, daß das, was Sie als Erfüllung erleben werden, weder schön noch glücklich mehr sein kann; sondern an sich sonderbar und gleichsam traurig, schmerzlich durch all dies Warten — ich weiß es gar nicht zu sagen. Jede Erlösung ist so: niemals ist es das rechte Glück.“
Warum sagt er das? dachte Záruba; wie, wäre ich nicht glücklich, wenn ich die Erfüllung erlebte?
„Sie haben Gott selber erwartet,“ fuhr der Mensch fort; „ach, was für ein Mensch ist da gekommen, um Sie vom Warten zu erlösen? Weder Ansehen noch Schönheit waren an ihm, der letzte der Männer, ein Mann des Schmerzes; unsere Gebrechen hat er getragen und unsere Schmerzen ertragen, so als wäre er gar kein Gott.“
„Warum reden Sie davon?“
„Warten, sehen Sie, ist schwer; selbst einen Gott zerbricht und demütigt es. Erwarten Sie jahrelang irgendein Glück, ein großes und schönes Ereignis; endlich kommt es, irgendwie klein und trübselig wie irgendein Schmerz; aber Sie sagen: ja, Gott, das ist es, worauf ich so viele Jahre gewartet habe, auf daß es mich erlöse!“
„Was meinen Sie damit?“
„Damit meine ich: Der einzige Lohn für das Warten ist das Ende des Wartens; und nur darum steht das Warten dafür. Darum, darum ist es notwendig zu warten. Das ist der Sinn unseres Glaubens.“
„Welchen Glaubens?“