Da aber — o Wunder! Als er sich nach dem Gebete erhob, war alle seine Müdigkeit verschwunden; vergessen waren alle Strapazen seiner Reise; er fühlte weder Hunger noch Durst und ein wonniges Kräftegefühl durchdrang ihn.
Da näherten sieh ihm weise, ehrwürdige Männer und schöne, edle Damen, die ihn begrüßten; sie priesen sein Glück, die Reise nach Horaisan überstanden zu haben und nahmen ihn als neuen Bürger in ihre Mitte auf.
Jetzt wußte er, daß er auf Horaisan war, auf Horaisan, das er stets für ein sagenhaftes, nicht existierendes Land gehalten hatte. Es existierte also wirklich, ja, er war jetzt selbst in dieses wunderbare Land gekommen und als Bürger aufgenommen.
Wieder dankte er den Göttern.
Die Stunden eilen und werden zu Tagen, diese zu Wochen, dann zu Monden und endlich zu Jahren. Die Jahre zu Jahrhunderten, dann zu Jahrtausenden und so weiter in unzählbarer Menge bis in alle Ewigkeit.
Aber auf Horaisan gibt es keine Stunden, keinen Tag und keine Nacht, keine Zeiten und keinen Zeitenwechsel, kein Essen und kein Trinken, kein Leid und keinen Tod. In ewiger Glückseligkeit, in geistreichen Gesprächen, bei anregenden Unterhaltungen, bei Musik, Gesang und Tanz streicht die Zeit unaufhaltsam ohne Wechsel und deshalb unbemerkt vorüber.
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Wer vermag daher zu sagen, wie lange Zeit Wasobiowo auf Horaisan war, ob es Jahrzehnte oder Jahrhunderte waren, als die Götter einen neuen Ankömmling sandten, jenen chinesischen Arzt Jofuku.
Seit dessen Ankunft jedoch war Wasobiowo wie umgewandelt. Hatte der Arzt Heimatsluft mitgebracht, hatte sein Erscheinen in Wasobiowo einen schlummernden Gedanken geweckt?
Wer vermag es zu sagen?