Fig. 1330.

Gammarus Oeningensis Heer. Miocän. Öningen, Baden. 2/1.

Die wenigen aus dem Tertiär bekannten Isopoden (Gammarus Fabr. [Fig. [1330]], Typhis Risso, Palaeogammarus Zadd.) schließen sich eng an lebende Formen an.

5. Ordnung. Stomatopoda. Heuschreckenkrebse.[88]

Körper lang gestreckt. Kopf und die 5 vorderen Brustsegmente durch einen kurzen Cephalothorax bedeckt. Augen gestielt. Abdomen länger als Brust und Kopf. Die Extremitäten des Kopfabschnittes als Antennen und Kieferfüße ausgebildet, die 5 vorderen Brustsegmente mit Raubfüßen. Unter dem Hinterleib befinden sich Schwimmfüße mit Kiemenbüscheln.

Die wenigen recenten Gattungen leben in den Meeren der warmen und gemäßigten Zone und ernähren sich vom Raub.

Fossile Stomatopoden sind selten. Als Necroscylla Wilsoni beschreibt H. Woodward ein 21mm langes Hinterleibsfragment mit 5 Segmenten und einem wohlerhaltenen Telson; dasselbe stammt aus einer Geode der Steinkohlenformation von Cossall in England und hat einige Ähnlichkeit mit dem Abdomen einer Squilla. Von der Gattung Squilla sind zwei Arten aus der Kreide von Hakel im Libanon (S. Lewisii Woodw.) und Westfalen (S. cretacea Schlüt.), und zwei aus dem Eocän des Monte Bolca (S. antiqua Münst.) und von Highgate in England (S. Wetherelli Woodw.) bekannt.

Sculda Münst. (Reckur Münst., Buria Giebel) (Fig. [1331]). Kopf beweglich, breit, mit gestielten Augen und kurzen Antennen. Der meist mit Längsskulptur verzierte Cephalothorax läßt die drei hinteren Segmente des Thorax frei. Abdomen breit und verlängert mit großen Ansatzstellen der (nicht erhaltenen) Schwimmfüße. Schwanzflosse aus einem großen halbkreisförmigen, hinten gefransten Telson und dem hintersten Beinpaar des Abdomen gebildet. 3 Arten im lithographischen Schiefer von Bayern.