4. Unterfamilie. Caninae.

23-2 M. P schlank, hintere mit Nebenzacken. Untere M mit grubigem oder schneidendem Talonid, M1 mit schwachem Metaconid. Obere M mit starkem inneren Basalband. Extremitäten vierzehig, mit rudimentärem Hallux und Pollex. Humerus ohne Entepicondylarforamen. Metapodien mit zylindrischen distalen Gelenkflächen. Astragalus distal abgestutzt.

Canis Linn. Talonid schneidend mit rudimentärem Hypoconid. Die ältesten fossilen Vertreter der Gattung Canis sind: C. (Tephrocyon) temerarius Leidy im Obermiocän von Nordamerika, Cautleyi Bose im Pliocän der Sivalik, vielleicht auch in China, C. etruscus Major im Oberpliocän von Toskana. Im Pleistocän von Europa C. lupus Linn, in Nordamerika C. latrans Say, indianensis Leidy, occidentalis Rich etc. Als Canis Mikii, intermedius und hercynicus wurden Reste von angeblichen Wildhunden aus dem europäischen Pleistocän beschrieben. In Australien wurde der Dingo fossil nachgewiesen. Ächte Haushunde — C. familiaris — erscheinen erst in der jüngeren Steinzeit in den Pfahlbauten, C. f. palustris und der große Inostranzewi, in der Bronzezeit C. f. matris optimae und Leineri. Nach Studer ist die einheitliche Abstammung der zahlreichen lebenden Rassen sehr wahrscheinlich. Sie sind aus einer oder mehreren pleistocänen, wolfähnlichen wilden Hundearten hervorgegangen und später durch Züchtung und zum Teil auch Kreuzung mit Wölfen und Schakalen in der mannigfachsten Weise umgebildet worden. Die südlichen Hunderassen sollen aus einer Dingo-ähnlichen Form entstanden sein.

Vulpes Brisson. Talon der unteren M grubig. C und M schlank. V. vulgaris Linn sp. fossil im Pleistocän von Europa. V. Donnezani Depéret im Mittelpliocän von Roussillon, V. borbonicus Brav. und megamastoides Pomel im Pliocän der Auvergne. V. sinensis Schlosser im Pliocän von China und V. curvipalatus Bose, in den indischen Siwalik. Der älteste Vertreter der Gattung Vulpes ist vielleicht Canis vafer Leidy im Obermiocän von Nordamerika.

Leucocyon lagopus Pallas. Eisfuchs, häufig im europäischen Pleistocän zusammen mit Ren und Lemming.

Cyon Blanford, meist mit nur 22 M; untere M mit schneidendem Talonid. Lebend in Asien, fossil im europäischen Pleistocän.

Icticyon und Palaeocyon Lund. Fossil in Knochenhöhlen Brasiliens.

Otocyon 34 M. Lebend in Südafrika.

2. Familie. Ursidae.[131]

3.1.4-1.2.3.1.4-1.3. C dick und groß, P im Verhältnis zu den M stets sehr klein, P2 und P3 oft, seltener P1 fehlend. P 44 kurz, der obere mit zwei stumpfen Außenhöckern und einem weit nach hinten verschobenen Innenhöcker. Obere M mehr oder weniger deutlich vierhöckerig und viel länger als breit. M1 mit niedrigem Trigonid, Talonid an M1 und M2 groß und beckenförmig. M3 mit rundlicher Krone. Extremitäten fünfzehig, plantigrad, fünfte Zehe stärker und länger als die übrigen. Schwanz kurz, Penisknochen groß. Schädel gestreckt. Bulla tympanica flach. Processus paroccipitalis und mastoideus kräftig entwickelt.