Fig. 565.

Ictitherium robustum Nordm. sp. Unt. Pliocän. Pikermi bei Athen. Linker Oberkiefer von unten. Nat. Gr. (Nach Gaudry.)

Viverra Linn. (Fig. [563]) und Herpestes Illiger (Fig. [564]) leben jetzt in Südasien, Südeuropa und Nordafrika. Fossile Formen — »Viverra« — mit kleinem Talonid und kleinem M2 im Eocän von Quercy und England. Auch die »Viverra-« und »Herpestes«-Arten des europäischen Untermiocän weichen noch von den echten ab. Erst im Obermiocän — Progenetta incerta Lartet — und im Pliocän von Südfrankreich, Roussillon — Viverra Pepratxi Depéret — und in den Siwalikschichten von Ostindien treten typische Viverra-Arten auf.

Ictitherium Wagner (Thalassictis Nordmann, Palhyaena Gervais). (Fig. [565].) Schädel lang, schmal. M1 und M2 klein im Verhältnis zu P4. Unterpliocän. Pikermi, Samos, Maragha, Lébéron, Bessarabien, China und Ostindien.

6. Familie. Hyaenidae. Hyänen.

3.1.4-3.1.3.1.4-3.1-2. P4 langgestreckt, kräftig, vor der Hauptspitze ein Vorderzacken und dahinter eine lange Schneide. Vordere P klein, hintere und C sehr massiv, kegelförmig. M1 klein, quer verlängert, von P4 verdeckt. M1 mit zwei langen Schneiden und schwachem Talonid, selten mit Metaconid. Untere J stets nebeneinanderstehend. Schädel kurz und dick. Bulla ossea ohne Septum. Hinterbeine etwas kürzer als Vorderbeine. Hand und Fuß digitigrad. Hand meist, Fuß stets vierzehig. Metacarpale II stark über III übergreifend, Penisknochen schwach.

Das Gebiß der Hyänen zeichnet sich durch Reduktion des M1 und des M2 und durch Reduktion des Talonid und Metaconid des M1 aus, wofür jedoch sein Paraconid und Protoconid zu kräftigen Schneiden umgestaltet werden, und die P mit Ausnahme des vordersten sich in dicke Kegel umwandeln, wodurch das Gebiß zum Zermalmen von Knochen vorzüglich geeignet wird.