Die obige Versicherung des Dichters und diese Angaben lassen sich aber sehr gut vereinigen. Man schildert nur das lebenswahr und frisch, was man selbst innerlich oder äußerlich erlebt und durchgemacht hat. Wer sich von der geistigen Werkstatt eines Dichters eine Vorstellung machen kann, wird wissen, daß derselbe seinen rein erfundenen Gestaltungen entweder Züge, Einzelheiten, wirklich erlebte und bekannte Vorfälle unterlegen muß, oder daß er umgekehrt zur Unterlage, gleichsam zum Gerippe eines Charakters sich eine bestimmte Person nimmt, diese idealisirt, nach Anlage des Charakters freie Erfindungen anfügt, kurz Gestalten liefert, die einzelne bekannte Züge tragen, trotzdem aber völlig geistiges Eigenthum des Dichters sind. In beiden Fällen sagt der oberflächliche Leser, das soll der und der sein, und wenn er Züge oder zufällige Aeußerlichkeiten von sich selbst zu finden glaubt und im empfindlichen neunzehnten Jahrhundert lebt, kommt er wol gar dazu, den armen Poeten zu verklagen. Jedenfalls aber darf Bochum, in dem die Originale noch nicht ganz ausgestorben, stolz darauf sein, ein Original wie Hieronimus Jobs hervorgebracht zu haben.

Bochum in Westfalen.

Friedrich Schnettler.

Hieronimus Jobs,
lutherischer Candidat der Theologie und Nachtwächter
zu Schildburg in Schwaben.

Leben, Meinungen und Thaten
von
Hieronimus Jobs,
dem
Candidaten,

und wie Er sich weiland viel Ruhm erwarb,
auch endlich als Nachtwächter zu Schildburg starb.

Vorn, hinten und in der Mitten

Geziert mit schönen Holzschnitten,